Zweifel – Das Unkraut unserer Gedanken

Zweifel sind wie Unkraut. Unkraut, das unseren Gedanken entwächst und dann unseren ganzen Kopf, unser Herz und schließlich unsere Seele zuwuchert. Sie kommen aus dem Nichts, nur ein paar Momente kurz nicht aufgepasst, haben sie sich schon über eine gewaltige Fläche ausgebreitet. Es gibt so gut wie keinen Bereich unseres Lebens, in die das Zweifel Unkraut sich nicht seinen Weg bahnt.

Wir zweifeln ständig. An unserem Job, unseren Träumen, unseren Mitmenschen, unseren Leistungen – wir zweifeln daran, ob das Leben, das wir führen, richtig ist. Wir zweifeln an uns selbst. Als ob es irgendwo den Masterplan gibt, dem es gilt, möglichst nahe zu kommen.

Egal wie oft wir das Unkraut wieder ausreißen und egal wie viele Tonnen Unkrautvernichter wir in den guten Momenten von #positivity drauf kippen – früher oder später findet es wieder seinen Weg an die Oberfläche und scheint dann noch dichter zu wachsen, als jemals zuvor. Wir zupfen hier und da, um dann doch nur festzustellen, dass es sich da hinten in der Ecke, die wir gerade nicht im Blick hatten, schon längst wieder gemütlich gemacht hat.

Aber, wovon ernährt sich das Zweifel Unkraut? Von Ängsten. Das Unkraut ist nichts anderes als die Auswüchse unserer Ängste, die in uns schlummern und uns damit mitteilen möchten, dass das vielleicht gerade gar nicht so super ist, wie wir denken. Denn, was wäre wenn? Und könnte nicht vielleicht das Schlimmste passieren? Und, mögen wir das überhaupt? Sind wir denn gut genug? Können wir es jemals schaffen? Habe ich bis jetzt eigentlich genug erreicht? War die Entscheidung von damals wirklich die richtige?

Die Ängste lassen das Unkraut nur so sprießen, weil wir sie oft so tief in uns vergraben haben, dass sie sich vernachlässigt fühlen. Dabei ist das Vernachlässigen unserer Ängste ganz wundervoll. Warum? Weil sie nicht real sind. Weil Ängste immer nur darauf schauen, was schieflaufen könnte. Sie sind der Konjunktiv unserer Gedanken. Und wenn wir nicht aufpassen, dann bestimmt dieser Konjunktiv unser Dasein mehr als uns lieb ist.

Ängste möchten uns davor warnen, Fehler zu begehen. Risiken einzugehen. Uns in Gefahr zu begeben. Dabei sind dies die Dinge, die zu unserem Leben dazugehören müssen. Ängste trüben unseren Blick nach vorn und das völlig zu unrecht, denn – egal, wie viel Angst wir vor etwas haben, die Dinge laufen ohnehin so, wie sie laufen. Ob wir vorher Angst hatten oder nicht, das ist den Dingen ziemlich egal. Von daher können wir uns die Zeit besser vertreiben, als unsere Ängste auf den Schoß zu nehmen, sie zu streicheln und sie mit noch absurderen, weiter gesponnen Gedankenszenarien zu füttern.

Und die Zweifel? Die Ängste, die es immer mal wieder an die Oberfläche schaffen, uns beständig in die Seite pieksen und uns zuflüstern, dass wir uns das besser noch einmal überlegen? Hier ist der MUTE-Knopf die Lösung. Denn genau wie die Ängste, haben auch die Zweifel keine Antwort, sie haben nur Fragen. Fragen ohne Antworten bringen uns nicht weiter. Sie verunsichern uns. Bringen uns aus dem Gleichgewicht und wenn wir dann hingefallen sind, stehen sie da und sagen: „Na, hab ich’s nicht gesagt?“. Dabei wären wir sowieso hingefallen. Egal, ob wir uns nächtelang in unserem Bett hin und her gewälzt haben und uns unseren Kopf zerbrochen hätten.

Das Unkraut wird immer da sein. Da können wir soviel zupfen, Gift drauf streuen oder es abfackeln, wie wir wollen. Irgendwann wird uns das ganz müde machen. Deshalb liegt die Lösung darin, es wachsen zu lassen. Immer weiter, bis wir irgendwann eine schöne Unkrautwiese vor uns liegen haben. Der geben wir dann einfach einen anderen Namen und machen sie zur Blumenwiese. Denn, wenn wir uns bewusst machen, was Zweifel eigentlich sind, und dass ihre Existenz keinerlei Einfluss hat auf das, was geschehen wird, dann nehmen wir dem Unkraut seinen Schrecken und ernennen es ab heute zu unserer Lieblingsblume. Schön – und vollkommen harmlos.

2 Kommentare zu „Zweifel – Das Unkraut unserer Gedanken

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  1. Ich denke anders. Der Zweifel hat eine Schutzfunktion. Er verhindert, dass wir uns auf etwas einlassen, das wir nicht kennen. Allerdings braucht es eine intakze mPersönlichkeitsstruktur, die dann den Zweifel als Positivum versteht. Erst wenn diese Struktur schwächelt (Ursache), können Zweifel zur Qual werden Wirkung).

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  2. Ich liebe den Gedanken aus der Unkrautweise eine Blumenwiese zu machen. Alleine am Wort „Unkraut“ störe ich mich ohnehin schon immer. Was soll denn Unkraut überhaupt sein Alles das, was wir nicht gebrauchen können? Etwas was zäh genug ist und sich selbst seinen Weg gefunden hat? Ich liebe Unkraut, denn es beinhaltet viel Lehre, wenn man sich auseinander setzt.

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